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Fakultät Sozialwissenschaften

Herzlich Willkommen, Tereza Preussová und Clara Gander!

© Ronja Trischler
Tereza Preussová (links im Bild) und Clara Gander (rechts im Bild) arbeiten am Forschungprojekt „Virtuelle Reparaturen: Arbeit an technischen Zukünften“ mit, das dieses Jahr als Teilprojekt zur zweiten Förderphase des SFB 1567 „Virtuelle Lebenswelten“ dazustößt.

Unter dem Titel „Virtuelle Textilien: Kleidung reparieren“ untersucht Clara Gander die kurzfristigeren Alltagsreparaturen von Kleidung und wie sich diese über die virtuelle Bereitstellung von Anleitungen, beispielsweise über Apps und Online-Plattformen, bis hin zum fertigen, materiellen Kleidungsstück am Körper vollzieht. Die Studie bezieht sowohl die Anleitungen der Reparatur in ihrer Bereitstellung und Nutzung als auch Alltags-Communities, wie beispielsweise in Repair-Cafés ein. Es sollen die Fragen beantwortet werden, welche Verbindungen dabei zwischen dem Online und Offline der Reparatur existieren, wie sich Reparatur in ihren verschiedenen Medien und Infrastrukturen vollzieht und verändert, und ob sich die „kleinen“ Zukünfte der Alltagsreparatur zu einem gemeinsamen Zukunftshorizont verdichten lassen. 

In der zweiten Fallstudie „Virtuelle Maschinen: Textilarbeit reparieren“ betrachtet Tereza Preussová die potentiell langfristigeren Reparaturen von industriellen Textilmaschinen. Erforscht wird, wie Virtualisierungen mithilfe digitaler Technologien in diesem Bereich genutzt werden und welche technischen, sozialen und organisatorischen Infrastrukturen dafür notwendig sind. Das Unterprojekt zielt darauf aufzuzeigen, welche „großen“ Zukunftshorizonte gestaltet werden, wenn handwerkliches Erfahrungswissen mit digitalen Technologien verbunden wird. Es untersucht die Effekte im Arbeitsalltag, wenn Beschäftigte bei Reparaturen auf digitale Unterstützung zurückgreifen. 

In der Verbindung der beiden Fallstudien zielt das Forschungsprojekt „Virtuelle Reparaturen: Arbeit an technischen Zukünften“ unter Leitung von Dr. Ronja Trischler darauf, darzustellen, welche Möglichkeiten und Grenzen in der Gestaltung von Zukunft durch Reparaturen unter aktuellen Bedingungen bestehen. Nichtzuletzt angesichts sich verschärfender sozialökologischer Krisen gewinnen Fragen dazu, ob repariert wird, sowie welche Dinge, auf welche Weise und mit welchen Konsequenzen, gesellschaftlich weiter an Bedeutung. Die Verbindung der Betrachtung von Bekleidung und Textilmaschinen durch die Brille der Reparatur ermöglicht dabei einen  neuen Blick auf die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Kleidung, der über bestehende Perspektiven auf Mode hinausreicht.

Link zum Forschungsprojekt A05 "Virtuelle Reparturen: Arbeit an technischen Zukünften"